Zweite Meinung – Bandscheiben-Operation vermeiden

In Deutschland werden überdurchschnittlich viele orthopädische Operationen durchgeführt; im Verhältnis zu anderen europäischen Ländern mit ähnlich guter medizinischer Versorgung fast doppelt so viele.

Das ist ein Anstieg, der aus Expertensicht nicht nur medizinisch und altersbedingt erklärbar ist. Die Frage, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Operation zwingend notwendig ist, bewerten Ärzte erkennbar unterschiedlich: Qualifizierte Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 45 bis 50 Prozent der Eingriffe nicht nötig sind.

Dabei lassen sich insbesondere Wirbelsäulen- und Bandscheibenprobleme sowie Gelenkbeschwerden hervorragend mit sogenannten konservativen, also nicht-operativen Maßnahmen therapieren. Bandscheibenvorfälle beispielsweise können in etwa 90 Prozent der Fälle erfolgreich konservativ behandelt werden.

Es ist dabei unstrittig, dass es eindeutige Indikationen für chirurgische Eingriffe gibt. Trotz der außerordentlichen, medizinischen Fortschritte birgt eine Operation aber immer ein gewisses Restrisiko und sollte immer das letzte Mittel, die Ultima Ratio, sein.

Sie sollten sich als Patient daher nicht scheuen, eine zweite Meinung einzuholen, um die Diagnose abzusichern oder sich über alternative Behandlungsmethoden zu informieren. Ein Zweitgutachten soll nicht Misstrauen Ihrem behandelnden Arzt gegenüber schüren. Häufig gibt es einfach mehrere medizinische Wege, und die Fragen, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Operation notwendig ist, bewerten Ärzte oftmals unterschiedlich. Unser Anliegen ist es, in Grenzfällen die für Sie schonendste Therapie zu finden. Dabei legen wir Wert auf eine eingehende Untersuchung und Befundung durch unser interdisziplinär arbeitendes Behandlungsteam. 

Wir verfügen über umfangreiche Erfahrungen und tiefe Kenntnisse konservativer Techniken: von manueller Therapie, Physio-, Trainings- und Psychotherapie, CMD-Techniken und Schmerztherapie, Akupunktur, Neuraltherapie bis hin zu strahlenfreien Infiltrationstherapien der Wirbelsäule.

Um möglichst neutral zu bleiben, führen wir selbst keine Operationen mehr durch. Selbstverständlich verfügen wir aber über umfangreiche eigene Erfahrungen im Bereich unfallchirurgischer und orthopädischer Eingriffe und können bei Bedarf im Sinne unserer Patienten auf ein Netzwerk erfahrener Operateure zurückgreifen.

Nach Abschluss dieses Zweitmeinungsverfahrens sprechen wir eine klare Empfehlung aus, inwieweit eine Operation aus medizinischer Sicht tatsächlich notwendig ist.

Weitere Links zum Thema:
„Rücken-Operationen häufig überflüssig“ (NDR Fernsehen, 16.12.2011)
„Schnell unters Messer“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 04.12.2011)
„In NRW wird laut Krankenkassen zu viel operiert“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 04.12.2011)
„Neurochirurg informiert über Behandlung von Bandscheibenvorfällen“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 16.11.2011)
„Bandscheiben-OPs sind häufig überflüssig“ (Die Welt, 07.11.2007)
Rückschau: Unnötige Bandscheiben-Operationen (ARD, 29.09.2004)